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Sahara - Abenteuer in der Wüste

Sahara - Abenteuer in der Wüste
USA / Spanien 2005, Abentuerfilm, FSK ab 12 Jahren
am 15.06.2005 von nils (33), Münster, Film-Kritik
Bewertung: 5 von 10 Sternen

Was passiert, wenn man James Bond und Indiana Jones genetisch zu einer Person vereint? Das Ergebnis wäre wohl Dirk Pitt. Der Held des Abenteuerfilms "Sahara" steht seinen beiden Brüdern im Geiste nicht viel nach. Vor allem in Bezug auf die Abenteuer, die er durchleben muss. Von denen gibt es nunmehr 18, geschrieben von Bestseller-Autor Clive Cussler (weltweit mehr als 120 Millionen verkaufte Bücher). All seinen Werken ist eins gemeinsam: Der eher zweidimensional gezeichnete Pitt durchlebt zahlreiche Plots, die leider ebenso spektakulär und spannungsgeladen wie trivial sind.
Vielleicht wäre es eine Chance für den Film gewesen, dass dessen Handlung nicht mehr sonderlich viel mit der literarischen Vorlage gemein hat (deswegen gab es übrigens gerichtliche Auseinandersetzungen zwischen Cussler und dem Studio). Um eines vorweg zu nehmen: Dem ist nicht so. Sonnyboy Dirk Pitt (Matthew McConaughey, ungewohnt braungebrannt und mit Sixpack) taucht gerade vor der Küste Nigerias nach einem Sarkopharg. Eigentlich hat er jedoch etwas anders im Sinn. Legenden zufolge soll ein in altes Südstaatler-Schiff während des Sezessionskriegs in den USA (1865) mit jeder Menge Gold einfach mal so den Atlantik überquert und den Niger heraufgeschippert sein. Danach hat es niemand mehr zu Gesicht bekommen. Pitt bekommt einen Hinweis und macht sich mit seinem Kollegen Al Giordino (Steve Zahn) auf den Weg nach Mali. Im Gepäck hat er u. a. noch eine Ärztin der Weltgesundheitsorganisation, Dr. Eva Rochas (Penelope Cruz, immer wieder eine Augenweide). Die Medizinerin will einige mysteriöse Todesfälle in dem von Anarchie geprägten Land untersuchen. Vor dem Trip hat Dirk aus seinem Chef bei der NUMA (einer privaten Organisation für Meeresarchäologie), dem Ex-Admiral James Sandecker (diesmal als Kauz mit Bart: William H. Macy), noch ein De Luxe-Speedboat rausgeleiert, mit dem der Niger flussaufwärts befahren wird.
In Mali angekommen, sind auch gleich die Schergen des Warlords General Zatib Kazim hinter ihnen her. Es folgen diverse Verfolgungsjagden und viele Explosionen. Am Ende findet das Trio Pitt, Rochas und und Giordino die Ursache für die mysteriösen Todesfälle: Eine Giftmüllentsorgungsanlage in der Wüste, die das Wasser unterirdischer Flüsse kontaminiert.Gleich um die Ecke ist auch noch das gesuchte Boot aus den Südstaaten, nebenbei wird der böse General ausgeschaltet und Pitt hat einen Tuareg-Stamm als neue Freunde gewonnen. Ach ja, nicht zu vergessen: Wie im wirklichen Leben werden Pitt und Rochas natürlich noch ein Paar.

Sahara - Abenteuer in der Wüste

Fazit: Ob Clive Cussler das alles gewollt hat? In den Infomaterialien zum Film steht oftmals: "Basierend auf den Romanen von..." Und tatsächlich bekommt der Zuschauer den Eindruck, das fünfköpfige (!) Drehbuchautorenteam hätte mehrere Bücher verarbeiten wollen. Es gibt mit der Suche nach dem Boot und dem Ursprung der Todesfälle zwei Handlungsstränge, die oftmals plump miteinander verknüpft werden. Das alles geht zu Lasten der Geschichte, hier wollten die Macher einfach zuviel und konnten mit den solide und teilweise subtil gemachten Actionszenen nicht mehr viel Schadensbegrenzung betreiben. Die Handlung ist einfach überfrachtet und manchmal allzu vorhersehbar, dabei zeigt der Film viele gute Ansätze. Schließlich gibt es viele lustige Szenen, spannende Szenen, ja sogar einige emotionale Szenen. Hinzu kommen die exotischen Handlungsplätze und die bei allen Schwächen ja doch außergewöhnliche Handlung. Für Abwechslung ist also gesorgt, für einen richtig guten Unterhaltungsfilm reicht es aber nicht.

USA / Spanien 2005
Abentuerfilm
Regie: Breck Eisner
Darsteller: Matthew McConaughey, Penelope Cruz, Steve Zahn, William H. Macy
FSK: ab 12 Jahren
Laufzeit: 124 Min.
Sonstiges: /Quelle: Buena Vista (Verleih)

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5 von 10 Sternen