Kritik des Monats
vincent will meer
von Josefa (16), Redaktion Münster
Vincent und seine Freunde wollen Freiheit, sie wollen weg. ... mehr...
vincent will meer vincent will meer


Film-Kritik des Monats Juli

vincent will meer

vincent will meer
Deutschland 2010, Drama/Tragikomödie, FSK ab 6 Jahren
am 10.06.2010 von Josefa (16), Redaktion Münster, Film-Kritik
Bewertung: 7 von 10 Sternen

Vincent und seine Freunde wollen Freiheit, sie wollen weg. Vincent will ans Meer. Er will die Asche seiner Mutter verstreuen, so wie sie es wollte.

Vincent leidet am Tourette-Syndrom und wird nach dem Tod seiner Mutter, die Alkoholikerin und seine einzige Bezugsperson war, von seinem Vater, ein Politiker, der nur an seine Karriere denkt, in eine Klinik eingewiesen. Doch dort bleibt er nicht lange. Zusammen mit der magersüchtigen Marie und dem zwangsneurotischen Alex macht er sich auf den Weg nach Italien, ans Meer, um die Asche seiner Mutter, die er in einer Bonbondose bei sich trägt, dort zu verstreuen. Auf dieser Reise entwickelt sich zwischen den Dreien eine tiefe, aber komplizierte Freundschaft.

Vincent will meer ist ein Film, den man sich schön angucken kann. Vincents Geschichte ist tragisch und auch seine beiden Freunde Marie und Alex haben es nicht leicht. Es geht um Freundschaft, Liebe und Familie, doch man erfährt nicht, wie man erwarten kann, wie es ist magersüchtig, zwangsneurotisch zu sein oder am Tourette-Syndrom zu leiden. Außerdem erfährt man nur oberflächlich etwas über die Figuren. So fragt man sich: Wie ist es zu der Magersucht von Marie gekommen? Und wie zu der Ordnungsneurose von Alex? Trotzdem sind die Charaktere insgesamt recht gut ausgearbeitet, die Schauspieler haben eine tolle Leistung erbracht und ihre Rollen ausgezeichnet dargestellt. Nur Vincents Vater ist übertrieben und klischeehaft dargestellt. Zuerst ist er der böse Vater, der sich überhaupt nicht für seinen Sohn interessiert. Und als er gezwungenermaßen mit der Klinikleiterin Frau Dr. Rose Vincent, Marie und Alex auf ihrer Reise nach Italien verfolgen muss, entpuppt er sich immer mehr als doch guter Mensch, der sich nur hinter der Fassade des Politikers versteckt. Aber man muss sagen, dass vincent will meer kein typischer, vorhersehbarer oder langweiliger Liebesfilm ist. So unterscheidet er sich von den anderen tausend Filmen über Freundschaft, Liebe und Familie.

vincent will meer

Fazit: Ein unterhaltsamer Film, der nicht schlecht ist, aus dem man aber viel mehr hätte machen können.

Deutschland 2010
Drama/Tragikomödie
Regie: Ralf Huettner
Darsteller: Florian David Fitz (Vincent), Karoline Herfurth (Marie), Johannes Allmayer (Alex)
FSK: ab 6 Jahren
Laufzeit: 95 Min.
Sonstiges: Verleih: Constantin

Einsendeschluss ist jeweils der 15. des Monats

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7 von 10 Sternen