Kinovorhang cferda 01

Angel has fallen

USA 2019, Actionthriller, ab 16 Jahren

am 19.06.2020 von stefanie (22), Redaktion Köln 2, Film

Dein Gesamturteil: 8 von 10 Punkte

Würdest du für jene kämpfen, die dich aufgegeben haben?

Secret Service Agent Mike Banning ist mit seinem Team und dem amerikanischen Präsidenten auf einem Angelausflug, als bei einem Attentat alle Agents sterben. Nur Banning und der Präsident landen schwer verletzt im Krankenhaus.
Schnell wird Banning, der bereits zwei Mal den Präsidenten gerettet hat, verdächtigt, das Attentat geplant und durchgeführt zu haben.
Immer wieder hilft ihm eine mysteriöse Gruppe aus dem Gewahrsam des FBI zu entkommen und es beginnt ein Katz-und-Maus-Spiel, das nur von den eigentlichen Tätern ablenken soll.
Wird es Banning gelingen, seine Unschuld zu beweisen und den Präsidenten vor den eigentlichen Tätern zu schützen, die ihn noch immer tot sehen wollen?

Es beginnt recht ereignislos und man erlebt einen alternden Agent, der sich allmählich der Tatsache stellen muss, dass er nicht mehr lange im Außendienst tätig sein kann. Körperliche und psychische Probleme fordern ihren Tribut, was ihn umso menschlicher erscheinen lässt. Leider wird dies zunehmend vergessen, wenn er, in typischer Actionheldenmanier, durch die Kulisse hastet und eine Überzahl an Gegnern ausschaltet. Das macht ihn als Figur ein wenig unglaubwürdig und schadet langfristig dem Film, da die Reihe bisher den Anspruch hatte, möglichst realistisch zu sein.
Auch sind die Verstrickungen von Bannings Vergangenheit ins derzeitige Geschehen zu viel, um glaubwürdig zu sein. Zwar ist offensichtlich, dass man ihn in den Mittelpunkt der Handlung stellen wollte, was schon beim Titel klar wird. Denn er ist quasi der Schutzengel des Präsidenten, aber es wirkt dann doch zu konstruiert. Zumal Dinge aufgeworfen werden, bei denen man sich fragt, wieso diese nicht in den vorigen Filmen zur Sprache kam.
Filmisch ist auch der dritte Teil gut umgesetzt worden. Ernste Szenen wechseln sich mit actiongeladenen ab und der dramaturgische Spannungsbogen lässt wenig zu wünschen übrig. Dass der Zuschauende bereits früh erfährt, wer die eigentlichen Täter sind und in welchem Verhältnis sie zu Banning stehen, ist ein bewusst gewähltes Stilmittel. Zwar nimmt es ein wenig die Spannung, dafür kann man besser Bannings Überlegungen verfolgen, da man nicht selber rätselt. Dadurch liegt der Fokus dauerhaft auf ihm als Person.
Es ist nicht wirklich verwunderlich, dass man in diesem Film alle anderen Figuren ziemlich vernachlässigt und diese recht blass bleiben. Dadurch baut man keine wirkliche Verbindung zu ihnen und der Welt auf und bleibt auf Distanz zum Geschehen, was seine Vor- und Nachteile hat.
Schauspielerisch ist der Streifen jetzt kein Meisterwerk. Man nimmt den Beteiligten ihre Rollen und Emotionen ab, aber sie schaffen es nicht, im Gedächtnis zu bleiben und den Zuschauenden wirklich zu begeistern.
Im Gegensatz dazu gibt es für die Filmmusik einen klaren Pluspunkt, da sie die Szenen gekonnt untermalt, statt die Atmosphäre zu stören, wie es immer mal wieder in Filmen vorkommt.
Was die Action angeht, haben die Produzenten wirklich an nichts gespart und fahren die ganz großen Geschütze auf. Einige Effekte sind einfach zu viel des Guten. Da diese meist einem fragwürdigen Charakter zuzuordnen sind, wirkt es, als würden sie sich ein wenig selbst auf den Arm nehmen, was widerum eine ganz nette Abwechslung ist. Auch wenn es fraglich ist, ob es wirklich notwendig ist, quasi einen ganzen Wald in die Luft zu jagen, auch wenn es typisch für dieses Genre ist.

Fazit

Ein gelungener Abschluss der spannenden Reihe über den Schutzengel des amerikanischen Präsidenten.

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