Buecher cferda 01

Buch der Engel

2019, Fantasy

am 18.10.2019 von stefanie (21), Redaktion Köln 2, Buch

Dein Gesamturteil: 10 von 10 Punkte

Moon muss neuen Mut finden, um ihren Kampf gegen die Engel fortzuführen und die Apokalypse zu verhindern.

Nachdem Lucifer nur noch Interesse an ihrer Schwester Star hat, ist Moon außer sich. Nicht, weil sie ihrer Schwester das Glück nicht gönnt, sondern weil sie so dumm war, einem Engel zu vertrauen. Und dann ausgerechnet Lucifer, dem Erzengel des Fünften Hofs.
Verbissen stürzen sich Moon und ihre Verbündeten in die Schriften und Prophezeihungen, um einen Weg zu finden, wie sie die Engel aufhalten und die Apokalypse verhindern können.
Als dann alles auf dem Spiel steht, muss Moon sich entscheiden, ob sie bereit ist, zur Rettung der Menschheit in den Tod zu gehen. Oder ob sie Star sterben lassen kann.

Zu Beginn steht Moons Entschluss, dass sie den Fünften Hof verlassen will. Zu tief sind die Verletzungen, die Lucifer ihr durch seinen Verrat zugefügt hat. Sie sucht Zuflucht an Michaels Hof, dem Vierten Hof, wo sie Zeit mit Cassiel verbringt, dem sie noch immer nicht verziehen hat - auch wenn er sich redlich Mühe gibt.
Als eine der 19 Schlüsselträgerinnen stehen Moon einige Privilegien zu, sodass sie nicht länger an Armut leiden muss. Stattdessen lebt sie unter dem wachsamen Auge der Engel, die letztendlich das Paradies öffnen und die Menschheit auslöschen möchten.
Wie auch Moon wurde der Leser von Lucifers Verhalten überrascht und man bleibt lange Zeit ratlos, wie er sich so stark verändern konnte. Oder ob man sich wirklich so sehr in ihm getäuscht hat. Letzteres will man partout nicht glauben, da er eine der besten Charakter der gesamten Reihe ist und man ihn schon im ersten Teil ins Herz geschlossen hat.
Aber auch Moon liebt man viel zu sehr, wodurch man mit ihr leidet. Dadurch sind auch die eher anstrengenden Kapitel spannend, weil sie für die Charakterentwicklung enorm wichtig sind. Zumal Moon dadurch viel motivierter ist, die Geheimnisse Lucifers aufzudecken.
Abwechslung bringen all jene Szenen, die mit dem Leben der Engel und den Schlüsselprüfungen zu tun haben. Dadurch wird es nicht langweilig und man kann umso besser in die Welt eintauchen und alles um sich herum vergessen.
Auch in der Angelussaga sorgt die Autorin dafür, dass man altbekannte Legenden über Bord wirft und Figuren wie Lucifer neu kennenlernt. Und vor allem beginnt man, alles zu hinterfragen, was man über die Erzengel zu wissen glaubt. Das führt dazu, dass man sich wieder mit der Bibel auseinandersetzt, nur eben nicht auf theologische Weise. Diese neue Auslegung eines altbekannten Textes sorgt dafür, dass man gefühlt direkt mitreden kann und gleichzeitig immer wieder überrascht wird. Außerdem kann man sich umso besser in Moon hineindenken, weil auch sie mit den Geschichten der Bibel aufgewachsen ist, wodurch man ihren Gedankengängen gut folgen kann.
Die Figuren sind so realistisch beschrieben, dass man wirklich an ihre Existenz glauben kann. Das führt aber auch dazu, dass gerade die Gewalttätigen unter ihnen dem Leser regelmäßig Schauer über den Rücken jagen und ihm die Brutalität dieser Welt vor Augen führen. Auch der Schreibstil der Autorin trägt dazu bei, dass Venedig und die Engel so realistisch wirken, dass man einfach abtaucht und nicht von unnötigen Dingen von der Story abgelenkt wird.
Gegen Ende wird das große Rätsel endlich gelöst und gemeinsam mit Moon erlebt man alles mit. Man ist genauso überrascht und überwältigt wie sie und kann gar nicht alles auf einmal aufnehmen. Viel zu viel prasselt auf den Leser ein und es braucht einen Moment, bis man realisiert, was da geschieht. Glücklicherweise geht es Moon genauso.
Der Epilog bildet einen guten Abschluss für die Reihe, auch wenn es nicht mehr ganz so realistisch wirkt. Dafür liefert die Autorin Erklärungsansätze, nach denen die Geschichte real sein könnte. Man ist in einem Zwiespalt, weil das Ende einerseits fast perfekt und andererseits fast schon unpassend ist. Aber gerade das zeichnet die Romane der Autorin aus, denn sie vereint all die widersprüchlichen Gefühle und Handlungen, die eine umso faszinierendere und realistischere Welt erschaffen.

Fazit

Ein grandioser Abschluss, der kaum Wünsche offen lässt und einem endlich des Rätsels Lösung präsentiert. Und Lucifer ist eine der besten Buchcharaktere, die je erschaffen wurden.

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