Buecher cferda 01

Cinder & Ella

2018, Jugendbuch

am 23.08.2019 von stefanie (21), Redaktion Köln 2, Buch

Dein Gesamturteil: 10 von 10 Punkte

Nach einem schweren Unfall muss Ella sich zurück ins Leben kämpfen und entscheiden, wer sie sein will.

Als Ella in einen schweren Unfall verwickelt ist, bei dem sie ihre Mutter verliert, fällt sie in ein tiefes Loch. Nicht nur, dass sie schwere Verbrennungen erlitten hat und nur noch schwer laufen kann, sie zieht sich auch von ihren Freunden und Bekannten zurück. Schon schlimm genug, dass sie zu ihrem Vater, der sie vor knapp zehn Jahren verlassen hat, ziehen muss.
 Doch als sie eine Chance sieht, wieder selbstbestimmt leben zu können, nimmt sie Kontakt zu ihrem Chatfreund Cinder auf, der sie immer noch so behandelt, als gäbe es keinen Unfall. Als hätten sie nicht monatelang keinen Kontakt gehabt.
Nur haben beide Geheimnisse, die ihre Freundschaft für immer verändern können. Dabei brauchen sie einander dringender denn je.

Zu Beginn lernt man Ella in ihrem gewohnten Umfeld kennen, wodurch ihre Veränderung im Laufe des Romans umso drastischer erscheint. Zumal man dadurch auch erlebt, wie wichtig Cinder für Ella ist.
Da die Kapitel aus Cinders und Ellas Sicht geschrieben sind, schließt man beide Protagonisten ins Herz und versteht sie umso besser. Daher nimmt man es Cinder auch nicht übel, als er Ella nicht treffen will. Beide führen Leben in unterschiedlichen Welten und ahnen nicht, wie es um den anderen steht. Es wirkt wie eine Lektion in Sachen Vorurteile, weil die beiden eine enge Freundschaft entwickeln, obwohl sie nicht mal wissen, wie der andere aussieht. Oder den echten Namen kennen.
Da Ella vom Unfall gezeichnet ist, zieht sie sich in ihr Schneckenhaus zurück. Nicht gerade hilfreich dabei sind ihre Stiefschwestern, die sich immer wieder neue Sprüche einfallen lassen, um sie zu verspotten. Doch trotz all den Problemen, die sie deswegen hat, bleibt sie stark und wird damit zu einem Vorbild. Und gerade weil man sie ins Herz geschlossen hat, sind ihr Unfall und die Hänseleien ihrer Altersgenossen umso schwerer zu ertragen und man fliegt quasi durch die Seiten. Dazu trägt auch der tolle Schreibstil der Autorin bei, durch den man alles ausblenden und sich in die Geschichte fallen lassen kann.
Neben der Lektion über Vorurteile bekommt man auch eine über Selbstliebe. Denn obwohl Ella hart zu kämpfen hat und gemobbt wird, gibt es immer wieder Momente, in denen sie im Reinen mit sich ist. Sie kommt immer mal wieder zu der Erkenntnis, dass sie sich selbst leiden kann - trotz all ihrer Narben. Auch wenn sie es anderen nicht zumuten will, sich mit ihren Verletzungen auseinander zu setzen. Und genau in solchen Momenten ist es umso wichtiger, wie ihr Umfeld reagiert und das macht es so emotional. Gleichzeitig beginnt man auch, alles zu reflektieren.

Fazit

Zwei tolle Protagonisten, die man einfach lieben muss und die uns eine Menge über Selbstliebe und Akzeptanz lehren.

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