Buecher cferda 01

Dornröschen und der Mettsommernachts-Traum

2020, Märchenadaption, Jugendbuch

am 21.08.2020 von stefanie (22), Redaktion Köln 2, Buch

Dein Gesamturteil: 10 von 10 Punkte

Wenn doch nur der tote Werwolf im gläsernen Sarg Reds einziges Problem wäre...

Endlich haben Red und ihre Freunde das Verlorene Kind gefunden, da wartet eine lange Liste an Problemen auf sie. Nicht nur, dass der Krieg gegen das Morgenland bevorsteht, auch wurde Reds Großmutter entführt und Ever, ihre große Liebe, liegt noch immer tot in Snows gläsernem Sarg. Nicht gerade die besten Voraussetzungen für ein Happy End.
Während sie ihre alten Verbündeten zusammenrufen und sich in den entlegensten Ecken der vier Reiche neue suchen, brauchen sie dringend einen Plan, um Ever und den Märchenwald zu retten. Wird es ihnen gelingen?

Zu Beginn erlebt man Reds bodenlose Trauer über den Verlust ihrer großen Liebe. Wobei sie sich einige Kapitel davor noch nicht endgültig sicher war, ob sie wirklich Ever oder doch eher Jaz liebt. Es ist recht ermüdend, da sie bloß jammert und es die Geschichte nicht weiterbringt. Zumal die Beziehung der Beiden arg an Dynamik verloren hat und Red viel besser mit Jaz harmoniert. Jaz, der, gütig wie er ist, ihr stets zur Seite steht und sie in ihrer Rettungsmission für Ever unterstützt.
Sowieso ist es im finalen Band der Reihe nicht Red, die den Leser unterhält und aus der Reihe der Protagonisten hervorsticht. Viel mehr sind es die Grinsekatze und die Hexen, die einen immer wieder überraschen und die Handlungen stets verändern. Gerade Grin verleiht der Reihe eine geniale Komik, da er meist zynische und sarkastische Kommentare zum Besten gibt. Man fühlt sich direkt mit ihm verbunden, weil man nicht alleine ist, wenn man in absurden Situationen die Augen verdreht.
Eine der größten Wandlungen machen die Prinzessinnen durch, die sich zu echten Kriegerinnen mausern und dabei die Herzen im Märchenwald, in Neverland und in Wonderland im Sturm erobern. Es ist spannend zu beobachten, wie sie an ihren Aufgaben wachsen und wie immer wieder neue Freundschaften und Bündnisse entstehen.
Jasemin, Dschinni und Aladdin sind hier eindeutig die Antagonisten und der Autorin gelingt es meisterhaft, sie unsympathisch darzustellen.
Einzig unglaubwürdig ist die Darstellung des Teufels, der wankelmütig und rückgratlos erscheint. Die Beziehung zwischen ihm und den Hexen, die entscheidend für die Geschichte ist, wird immer wieder nur angedeutet, was es schwierig macht, alles zu verstehen.
Der Schreibstil ist locker und leicht und man fliegt quasi durch die Kapitel. Einzig die Szenen, die nichts zur Story beitragen, sind ein wenig schwerfällig und manchmal scheint es, als wollte die Autorin die einzelnen Figuren nur mal zu Wort kommen lassen.
Das Ende ist leider ein wenig zu unrealistisch und wirkt zu gewollt. Es passt zwar zum Genre, ist aber nicht ganz zufriedenstellend. Außerdem sorgt der Epilog für neue Fragen, da einige Figuren erneut eine große Veränderung durchzumachen scheinen, die für den Leser nur schwer verständlich sind und die auch nciht weiter erklärt werden.
Die finale Idee für Jaz ist außergewöhnlich und passt, da er eine der besten Figuren der ganzen Reihe ist, nur scheint es, als wäre er der Einzige, dessen Reise noch nicht zuende ist. Und zu wissen, dass man diese Reise nicht mehr miterleben wird, stimmt einen traurig. Es bleibt nur zu hoffen, dass er sein Happy End finden wird.

Fazit

Das Finale besticht mit grandiosen Figuren und einer sehr unterhaltsamen Situationskomik, durch die selbst die absurdesten Dinge möglich scheinen.

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