Buecher cferda 01

Knochenjob

2016, Fantasy, Biografie

am 20.04.2018 von stefanie (20), Redaktion Köln 2, Buch

Dein Gesamturteil: 6 von 10 Punkte

Stell dir vor, der Tod will nicht länger der Tod sein und erklärt dir ganz genau warum...

Der Tod hat seinen Job satt. Immer muss er hinter seinen Kollegen aufräumen und keiner weiß es zu schätzen. Also beschließt er, von jetzt an Leben zu retten. Auch wenn es ihm zu Beginn kläglich misslingt.
Doch wirklich ändern kann seine Situation nur die große Chefin, die Zeit, und so macht er sich auf die Suche nach ihr durch das ganze Universum.

Die Idee klingt erstmal total gut und originell und allein deswegen muss man dieses Buch schon in die Hand nehmen. Leider schafft es die Autorin nicht, der Idee bei der Umsetzung gerecht zu werden. Zwar ist der Tod an sich sehr amüsant, nur gewöhnt man sich an seine Art sehr schnell, wodurch es irgendwann nicht mehr lustig ist. Außerdem wird er sehr schnell wehleidig und jammert, statt wirklich etwas zu verändern, wobei er immer Mitleid erregen will.
Ebenso wenig hilfreich sind die vielen Sprünge. Fast jeder Absatz beschäftigt sich mit einem neuen Thema in einer ganz anderen Zeit und meist an einem ganz anderen Ort. Dadurch entwickelt sich kein roter Faden, der den Leser durch die Geschichte führt. Der Roman ist dadurch deutlich langatmiger, was leider ein negativer Punkt ist, da es so sehr auffällt.
Tods Kollegen, Leben, Karma, Glück, Schicksal und Krankheit, bekommen nur dann Auftritte, wenn Tod verdeutlichen möchte, warum er niemanden leiden kann. Zwischenzeitig ist es verständlich, aber diese subjektive Perspektive ist dauerhaft nervig, da man nie die Chance bekommt, diese wichtigen Figuren wirklich kennenzulernen.
Auch das Ende ist nicht zufriedenstellend. Man dreht sich im Verlauf dieses Romans im Kreis und warum der Tod sich plötzlich mit dem Lauf der Dinge begnügt, bleibt ein Rätsel und ist für den Leser bedauernswerterweise nicht nachvollziehbar. Die Distanz zum Protagonisten, dem Tod, wird durchgehend aufrechterhalten, was einerseits verständlich ist, andererseits aber den Leser nicht ans Buch bindet. Diese Distanz wird von der Autorin bewusst gewahrt, was sich unter anderem dadurch zeigt, dass der Tod immer wieder die Unterschiede zwischen ihm und den Menschen aufzeigt.

Fazit

Der Roman scheitert leider an der Umsetzung einer sehr originellen und lustigen Idee, der bedauerlicherweise auch nicht von einem sehr eigensinnigen Protagonisten belebt werden kann.

Zurück