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Percy Jackson - Diebe im Olymp

USA/Kanada 2010, Fantasy-Abenteuer, ab 12 Jahren

am 25.03.2010 von Janis F. (16) aus Münster (Gastkritik), Film

Dein Gesamturteil: 3 von 10 Punkte

Der 17-jährige Teenager Percy (Logan Lerman) führt ein unscheinbares Leben...

...Während seine Mutti ist mit einem Macho zusammen ist hat Percy Probleme wie Legasthenie, sowie eine Aufmerksamkeitsdefizitstörung. Nun ja? bis sich die Englischvertretung Mrs. Dodds (Maria Olsen) mal eben in eine Furie verwandelt, eine fliegende Bestie aus der griechischen Mythologie mit messerscharfen Zähnen. Kurze Zeit später erfährt er von seinem ehemaligen Lehrer (Pierce Brosnan) und seinem Freund Grover (Brandon T. Jackson), die sich ebenfalls als sonderbare Kreaturen halb Mensch halb Tier entpuppen, dass er nichts weniger ist, als der Sohn von Poseidon (Kevin McKidd) und einer Sterblichen und damit ein Halbgott. Auch erfährt er, dass er sich angeblich Zeus’ Herrscherblitz „unter den Nagel gerissen“ haben soll und nun im Olymp auf der Abschussliste ganz oben steht. Zeus (Sean Bean) glaubt nicht an seine Unschuld und bestimmt, dass er den „flotten Blitz“ bis zum 21. Juni, der Sommersonnenwende in knapp 14 Tagen finden und zurückzubringen muss. Zuvor wird Percy nun zu seinem Schutz in ein Halbgott-Camp verfrachtet, wo er seine Kräfte kennen lernen soll. Auf dem Weg dorthin fliegen noch ein paar Kühe durch die Gegend und ein baumhoher Minotaurus lässt Percys Mutter (Catherine Keener) scheinbar in Flammen aufgehen. Aber Percy ist ja nun ein Halbgott und die zeigen bekannter maßen keinen Schmerz und ersticht die riesige Kreatur mit einem Horn, das der Minotaurus ganz zufällig gerade in einem Baum hat stecken lassen.
Zusammen mit Grover und Annabeth (Alexandra Daddario), einer Tochter der Athene, macht Percy sich auf den Weg in die Hölle zu Hades (Steve Coogan), der ihm angeboten hat seine sich im Fegefeuer befindliche Mutter freizugeben, sollte er ihm den Herrscherblitz verschaffen. Zwar besitzt Percy diesen bekanntlich nicht, aber er denkt sich man kann doch mal kurz beim Gott der Unterwelt vorbeischauen und fragen wie es so geht?.
Und so ähnlich wandelt der Film dann noch weitere 90 Minuten durch die
Weltgeschichte, bis einen die wirklich gut in Szene gesetzten Effekte wieder aufwecken: Pünktlich zum Showdown im 600. Stock des Empire State Buildings über den Wolken von New York, wo sich die Olympianer ein hübsches neues Appartement eingerichtet haben. Dazwischen wuseln dann noch unglaublich viele Kinder der Götter (von Monogamie halten die wohl auch nichts), ein Haufen unnützer Statisten in Antik-Optik und jede Menge Party-Girls herum.

Dieses Mal liegt wieder ein besonders schwerer Fall auf dem Sezierstisch der Kritiker: Für „Percy Jackson – Diebe im Olymp“ hat es gerade einmal vier Monate gebraucht um dieses Geschwür in die Kinolandschaft zu implantieren. Der ausführenden Arzt war Chris Columbus, der auch schon an den Harry-Potter-Fällen herumgedoktert hat. Allerdings mit deutlich besserem Erfolg, denn das Ergebnis seines jüngsten Films lässt eher Pfusch im OP vermuten. Auch ist der Film allein schon wegen der durchaus berechtigten FSK-Beschränkung nicht für Familien mit jüngeren Kindern geeignet. Neben Gewalt und Kämpfen enthält der Film auch eher wenige lustige Szenen, welche für kleinere Kinder interessant wären. Sollte es in diesem Film mal heiter zugehen, wurde eher ein Witz unter der Gürtellinie gerissen, als dass eine intelligent gemachte Pointe im Spiele gewesen wäre. Die nach dem ersten Buch einer fünfbändigen US-Jugendbuchreihe entstandene Geschichte rund um Götter und Zentauren ist an sich gar kein Problem, nur wenn man dann in den Topf noch ein paar ungeeignete und unerfahrene Schauspieler mit dem Regisseur der Harry Potter Filme und Ingredienzien wie ein bisschen Las Vegas, sowie ein klein wenig Schnitzeljagd oder Lovestory zusammenrührt ergibt das einen sehr enttäuschenden Filmstreifen. Denn nach knapp zwei Stunden ist dem Patienten und dem Kinozuschauer nicht mehr zu helfen: Tod durch Ideenlosigkeit, Effekthascherei, gähnend langweiliger Sets und deutlich fehlender Logik im Handlungsverlauf.

Fazit

Mögen uns die Götter vor einer Fortsetzung bewahren! Drei von zehn möglichen Sternen.

Gütesiegel

37 von 100 möglichen Punkten

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