Buecher cferda 01

Rat der Neun - Gezeichnet

2017, Fantasy

am 07.07.2017 von stefanie (19), Redaktion Köln 2, Buch

Dein Gesamturteil: 8 von 10 Punkte

Wenn der Feind die einzige Rettung ist und der Bruder die größte Gefahr.

Cyra ist die Schwester des tyrannischen Herrschers der Shotet, Ryzek. Zugleich ist sie seine größte Waffe, da sie durch eine Berührung Schmerz auf andere übertragen kann. Der Nachteil dieser Gabe ist, das sie immerzu Schmerzen verspürt.
Als die Shotet dann zwei begabte Thuvhesi entführen, eröffnen sich Cyra neue Möglichkeiten. Akos, einer der beiden, dessen Gabe darin besteht, den Strom zu stören, wird in Cyras Dienste gestellt. Da der Strom ihr die Schmerzen bereitet, kann er ihr helfen, solange sie sich berühren.
Aber Akos lebt nur dafür, seinen Bruder zu retten und nach Hause zurückzukehren. Können Cyra und Akos den Hass überwinden, um sich gegenseitig zu retten?

Zu Beginn dauert es eine Weile, bis man in die Geschichte findet. Es reihen sich Erzählungen aneinander, die unzusammenhängend scheinen, um einen in die Welt einzuführen und ein möglichst breites Bild über Thuvhesi und Shotet zu zeigen. Dadurch ziehen sich die ersten Kapitel aber auch ganz schön in die Länge und der Perspektivwechsel wirkt dem leider nicht entgegen.
Doch sobald Akos und sein Bruder entführt wurden, wird es aufregender. Die einzelnen Kapitel sind zusammenhängend und trotz des anhaltenden Perspektivwechsels kann man gut folgen.
Cyra ist eine beeindruckende Person. Zwar wirkt sie anfangs noch recht gefügig ihrem Bruder gegenüber, aber sie entwickelt sich recht schnell zu einer selbstständigen, jungen Frau, die für ihre Überzeugungen kämpft. Auch wenn ihre Zweifel zwischenzeitig immer wieder nerven können, da sie die Story bremsen und sie manchmal auch zu falschen Entscheidungen führen.
Akos ist das genaue Gegenteil von Cyra - zumindest anfangs. Er ist wild entschlossen, seinen Bruder zu retten, koste es, was es wolle. Er lebt nur noch für diesen einen Grund und das macht ihn gefährlich, aber auch leichtsinnig. Seine Fehler sind für den Lesefluss genauso schädlich wie Cyras Zweifel und man ist froh, wenn der Geschichtsverlauf in den Vordergrund rückt.
Es scheint fast so, als versuche die Autorin, den Stolpersteinen durch Gewalt entgegenzuwirken. Allein Cyras Gabe spricht für ein recht gewalttätiges Buch. Dabei sorgt auch ihr Bruder mit seiner tyrannischen Herrschaft, dass es recht brutal zugeht und der Leser nicht zimperlich sein darf. Durch die Gewalt wird Spannung erzeugt, da man mit allem rechnen muss und auch einiges geboten bekommt. Dafür werden einige Charaktere nur angerissen und nicht tiefgründig erklärt. Ryzek, Cyra und Akos sind eigentlich die einzigen Figuren, die real erscheinen, weil die Autorin ihnen viel Platz zur Entwicklung gibt. Die anderen Charaktere wirken zu kreiert und bekommen zu wenig Raum, um sich zu entfalten und real zu wirken. Dadurch verliert die gesamte Geschichte den Schein der Realität und man taucht nicht gänzlich in sie hinein.

Fazit

Der Beginn einer Dilogie, der Lust auf mehr macht. Jedoch nicht für zartbesaitete Leser zu empfehlen.

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