Kinovorhang cferda 01

"Shame/Fame"

Niederlande 2017, Dokumentarfilm, ab 16 Jahren

am 28.01.2019 von AnnaFinja (16), Redaktion doxs! Duisburg 2018, Film

Dein Gesamturteil: 7 von 10 Punkte

„Shame/Fame“ von Eef Hilgers

Der dokumentarische Kurzfilm „Shame/Fame“, der 2017 von Eef Hilgers produziert und gedreht wurde, handelt von der Berühmtheit durch Internetvideos, welche sich aber schnell zur Blamage entwickeln kann. 

Die Regisseurin übernimmt die Rolle der Protagonistin.

In dem Kurzfilm ist der Laptopbildschirm der Protagonistin zu sehen. Sie sieht sich während des Filmens Clips an, vor allem von der niederländischen Internetseite www.dumpert.nl. Die Clips zeigen intime und private Momente, dadurch werden die auftretenden Personen zwar berühmt, aber gleichzeitig blamiert und schämen sich. Die Regisseurin versucht in dem Film herauszufinden, wo die Grenzen sind, und wie sich die Betroffenen fühlen. Dazu führt sie Interviews über Skype und das Telefon, wo sowohl Filmer als auch Gefilmte ihre Erfahrungen und Gedanken schildern.

Der gesamte Film besteht aus Bildschirmaufnahmen, wodurch man in den Film eintauchen und die Ansicht der Regisseurin nachvollziehen kann. Es wird verdeutlicht, dass das Anschauen von Shaming-Videos alltäglich ist und jeden betrifft. Zudem finden wir lobenswert, dass man als Zuschauer direkt angesprochen wird und so sein eigenes Verhalten in Bezug auf solche Internetvideos überdenkt. Gut zu bewerten sind auch die eingeblendeten Videoanrufe – wie zum Beispiel das Gespräch der Regisseurin per Skype mit dem LKW-Fahrer –, sie zeigen die Meinungen der Filmer und Gefilmten, was hilfreich ist, um beide Sichtweisen zu verstehen und nachvollziehen zu können, warum solche Videos existieren.

Die Schnitte fügen sich ausgezeichnet in das Konzept des Films ein. Durch die hohe Schnittfrequenz, welche vor allem in der Szene, als die Regisseurin schnell hintereinander viele Videos wegklickt, deutlich wird, kommt ein hektisches Gefühl auf. Dies veranschaulicht, wie viele Internetvideos wir gucken und wie groß unser Verlangen ist, sie sich anzugucken.

Fazit

Ein auffälliger Soundeffekt sind die verstärkten Mausklicks. Sie erzeugen ein alltägliches Gefühl, das den Zuschauer noch tiefer in das Geschehen des Films miteinbezieht. Die dramatische und auch unangenehme Musik, welche in Szenen verwendet wurde, in denen Eef sich durch viele Videos klickt, macht deutlich, wie schlecht und beschämend die Videos sind und wie sehr einige Personen auch unter ihnen leiden und unterstreicht damit die Message des Films noch einmal. Dies tut auch die Szene, in der Reaktionen einiger Personen auf die Shaming-Videos gezeigt werden, da deutlich wird, dass nicht nur Spaß hinter solchen Videos steckt. Die Regisseurin selbst erlitt durch die Internetvideos Albträume, von denen sie im Film auch erzählt.

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