Shape of Water- Das Flüstern des Wassers

Shape of Water- Das Flüstern des Wassers

USA 2017, Drama, Romantik, ab 16 Jahren

am 23.03.2018 von Tessa (19), Redaktion Köln 2, Film

Dein Gesamturteil: 9 von 10 Punkte

Guillermo Del Toros Film wurde vierfach oscarprämiert - doch ist er den Hype wert?

Im Baltimore der 60er-Jahre arbeitet die stumme Waisin Elisa Esposito als Putzfrau in einem Hochsicherheitslabor der amerikanischen Regierung. Befreundet ist sie nur mit ihrem Nachbarn Giles, einem alternden Werbekünstler, und mit ihrer Kollegin Zelda.

Elisa lebt ein unscheinbares, aber zufriedenes Leben, bis eine merkwürdige, amphibische Kreatur in das Labor eingeliefert wird. Die Forschung an dem Wesen könnte Amerika einen klaren Vorteil gegenüber der Sowjetunion im kalten Krieg bedeuten, doch Elisa erkennt, dass das Wesen mehr ist, als nur eine Waffe. Sie erkennt stattdessen, dass sie mehr mit der Kreatur gemeinsam hat, als sie anfänglich dachte und findet sich schon bald in einem Strudel von Emotionen, Verrat und Gefahr wieder.

Guillermo Del Toro erzählt in Shape of Water eine wunderbar sensible und märchenhafte Liebesgeschichte. Die Mischung aus Fantasy, Drama und Romantik wirkt dabei sehr stimmig und Themen wie Anderssein und Akzeptanz werden behandelt, ohne in eine zu kitschige Moral abzurutschen.

Die Hauptcharaktere sind äußerst sympathisch, sodass man leicht mit ihnen mitfiebert und der Film spannend bleibt. Dabei ist vor allem die Protagonistin Elisa sehr authentisch und als weibliche Hauptrolle mit Behinderung auch eine willkommene Abwechslung und natürlich wichtige Repräsentation. Besonders Elisas Charakterisierung als durchaus sexuelle, aber nicht fetischisierte, Person ist sehr erfrischend, auch als Kontrast zum Amerika der 60-Jahre, in dem der Film spielt. Diese Ära wird sowohl nostalgisch, als auch kritisch aufgegriffen, nicht zuletzt durch die Kalter-Krieg-Thematik.

The Shape of Water ist auch visuell ein überaus ansprechender Film, dessen fließende Kameraführung gekonnt an das allgegenwärtige Thema Wasser anknüpft. Die Farbpalette und das Kostümdesign, vor allem das des Wesens, dessen Gestaltung an Horror-Monster aus den 30er und 40er-Jahren erinnert, sind ebenso stimmig.

Schauspielerisch überzeugt allen voran Sally Hawkins als Elisa mit einer nuancierten, realistischen Performance, aber auch Octavia Spencer (Zelda) und Michael Shannon (Strickland) leisten beeindruckende Arbeit.

Fazit

Wunderschöne Liebesgeschichte jenseits von Klischees mit tollen schauspielerischen Leistungen und beeindruckender visueller Gestaltung. Top!

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