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Super Smash Bros. Ultimate

Japan 2018, Kampfspiel

am 28.06.2019 von jakob (14), Redaktion Köln 2, Spiel

Dein Gesamturteil: 9 von 10 Punkte

„Everyone is here!“

Everyone is here“: Am 8.3.2018 stellte Nintendo erstmals einen Trailer vor, in dem zwei Inklinge aus dem Spiel Splatoon 2 miteinander kämpften. Am Ende war das Zeichen der Super Smash Bros. Reihe zu sehen, die meisten vermuteten aber lediglich eine Art Port (also eine Kopie des Vorgängers). Am 12.6. wurden sie dann eines Besseren belehrt: Es würde ein komplett neues Spiel werden, und jeder Kämpfer, der jemals in einem Spiel der Reihe vertreten war, würde spielbar sein. Am 7. Dezember 2018 war es dann soweit; Super Smash Bros Ultimate erschien, und damit einer von Nintendos größten Kassenschlagern. In den ersten 11 Tagen wurde es bereits über 3 Millionen Mal verkauft, Ende des Jahres waren es bereits über 12,08 Mio. Exemplare. In Smash kämpft man mit verschiedenen Charakteren aus dem Nintendo-Universum gegeneinander, und das in zweidimensionalen Arenen. Im Prinzip geht es darum, dem Gegner möglichst viel Schaden zuzufügen und ihn aus der Arena (also aus dem Bildschirm) zu werfen. Je mehr Schaden, desto leichter fliegt er heraus.

Bei Super Smash Bros. Ultimate geht es wie oben bereits erwähnt primär darum, dem Gegner Schaden zuzufügen und ihn somit von der Map zu werfen. Dazu stehen mehrere Techniken zur Verfügung:

Die Smash-Angriffe sind extrem stark und lassen sich lange aufladen, womit sie für Anfänger wohl die wichtigste Attacke sind. Tilt Attacks (zu Deutsch „starke Angriffe“) sind deutlich schneller als Smash-Angriffe, machen weniger Schaden und haben in der Regel nicht so einen hohen Rückstoß. Dadurch eignen sie sich aber in den meisten Fällen gut für Combos. Special Attacks (Spezialangriffe) heben sich meist stark von den anderen Attacken ab (z.B. gibt es Konter, Geschosse und Fallen). Fast immer gibt es auf B nach oben eine Recovery, einen Angriff, der dich zurück auf die Map befördert. Ebenfalls in der Luft kann man die Aerials (Luftattacken) einsetzen. Sie zählen zu den wichtigsten Elementen, manche haben gewisse Effekte wie Spike- oder Meteor- Angriffe (beides befördert den Gegner schlagartig nach unten).

Mit einem Grab (Griff) kann man den Gegner greifen und in eine Richtung werfen. So kann man töten oder in bestimmte Positionen bringen. Griffe lassen sich nicht blocken. Um sich zu schützen kann man mit ZL und ZR den Schild einsetzen. Dieser wird mit der Zeit immer kleiner, wodurch er manche Körperstellen angreifbar macht.

Es gibt eine voreingestellte Standartsteuerung, diese lässt sich aber in den Einstellungen beliebig verändern und sogar Gamecube-Controller (die bereits seit 2002 existieren) werden auf Wunsch der Fans mithilfe eines Adapters immer noch unterstützt. Es existieren noch weitere Techniken wie Air-Dodges, Fast Fall und Shorthops, diese würden hier aber zu weit führen.

Dass Ultimate der größte Teil der Reihe werden würde, war schon von Anfang an klar. Aber dennoch hat es dann letzten Endes mit 74 Charakteren (wenn man den Pokémontrainer als eine Figur zählt und die Piranhapflanze und die DLC Charaktere weglässt) eine beeindruckende Auswahl, zumal noch nicht alle veröffentlicht sind; Neben Joker aus Persona 5 sind für die Zukunft noch vier weitere Kämpfer geplant. Ob und wann die Piranhapflanze, die nur die Frühkäufer besitzen, auch für alle anderen käuflich sein wird, ist noch unklar. Und auch bei den Arenen hat Nintendo keine Mühe gescheut. Insgesamt gibt es 103 Maps mit verschiedenen Hindernissen, Plattformen und Gefahren. Jede Map hat außerdem eine Schlachtfeld-Version (mit drei Pyramidenförmig angeordneten Plattformen) und eine Omega -Version (ein flaches Feld ohne Hindernisse). Außerdem lassen sich unter der Option „Bearbeiten“ zahlreiche Einstellungen vornehmen, wie Art und Dauer der Kämpfe, Häufigkeit der Items und man kann sogar die „Stage-Kniffe“ deaktivieren (nie wieder von irgendwelchen Monstern gefressen werden und SOFORT sterben). Wem das immer noch nicht genug ist, der kann einfach eigene Stages im Editor erstellen, spielen und sogar veröffentlichen.

Das Menü ist schön und übersichtlich gestaltet, erfordert für die Bedienung mit dem Controller allerdings etwas Übung. Im Prinzip ist es kreisförmig aufgebaut, und teilt sich in folgende Punkte auf:

Unter dem Punkt Smash lassen sich diverse Arten von lokalen Kämpfen austragen, darunter auch Turniere und Kämpfe für bis zu acht Spieler. Schade ist, dass sich hier kein direkter Zugang zu Onlinekämpfen befindet und man dafür zurück ins Hauptmenü muss.

Weitere Modi beinhaltet eine ganze Reihe an Möglichkeiten. Im klassischen Modus lässt sich mit jedem Kämpfer eine festgelegte Serie von Kämpfen abschließen, inklusive Bosskampf und Bonusspiel. Gut, um mit bestimmten Kämpfern besser zu werden oder schnell neue freizuschalten, auf Dauer aber trotz verstellbarem Schwierigkeitsgrad etwas langweilig. Im Training kann man bestimmte Techniken und Combos üben. Hier kann man einiges einstellen und auch Tipps für den aktuellen Kämpfer ansehen, und ihn so besser verstehen. Im Multismash kann man in drei Modi gegen viele Gegner kämpfen, im 100er Smash muss man zum Beispiel möglichst schnell hundert leichte Gegner besiegen. Außerdem kann man eigene Maps erstellen, Amiibos einscannen und eigene Mii-Kämpfer erstellen.

Unter Truhe Kann man sich Dinge wie Kampfwiederholungen, Erfolge und Filmsequenzen ansehen, aber auch seine Musik kann man hier verwalten. Aus den über 880 verschiedenen Tracks aus diversen Nintendo-Spielen kann man hier eigene Playlists erstellen.

Die Kategorie Online bietet den einzigen Zugriff zum Onlinemodus, der in diesem Teil der Serie wichtiger als je zuvor ist. Ausgerechnet hier leistet Nintendo sich aber seinen größten Fehler. Im Quickplay kann man Wunschregeln auswählen wie Anzahl der Spieler, Art der Kämpfe oder Häufigkeit von Items. Dann geht es sofort los, und man wird in den Kampf geschickt. Hier gibt es ein Punktesystem, das jedoch seltsamerweise kaum Einfluss auf das Matchmaking hat, und häufig Spieler mit völlig unterschiedlichen Punktzahlen gegeneinander antreten lässt. Außerdem haben die gewünschten Regeln kaum Einfluss auf die Gegnerwahl, wodurch sich häufig einfach deine Regeln mit denen des Gegners abwechseln. Wer keine Regeln auswählt, wird in einen zufälligen Kampf geschickt. Problem hierbei ist jedoch, dass diese Spieler häufig in einen Kampf mit Regeln geworfen werden und diese dann so lange spielen müssen, bis der Gegner oder man selbst den Kampf verlässt. Außerdem gibt es während der Kämpfe viele Ruckler und Standbilder, die mit der Art der Verbindung zusammenhängen. Anstatt Servern, in denen sich alle Spieler befinden, setzt Nintendo auf eine direkte Verknüpfung zwischen den Spielern. Sprich: Wenn einer schlechtes Internet hat, bekommt der andere die selben Ruckler. Das hat den Vorteil, dass langsames Internet keinen Nachteil gegenüber dem Gegner bringt, verschlechtert das Spielerlebnis aber deutlich, und kann gerade in besonders schnellen Kämpfen sehr nervtötend sein. Das Punktsystem basiert nicht auf festen Werten, sondern darauf, wie viele Spieler eine niedrigere Punktzahl haben. Diese GSP (Global Smash Points) genannten Punkte sind für jeden Character unterschiedlich, abhängig von der Anzahl an Siegen und Niederlagen. Wenn man mit einem Character zu den Besten 10% gehört, schaltet man den Elite Smash frei, wo man nur gegen andere Elite-Spieler kämpft. Neben dem Quickplay kann man aber auch in den Arenen kämpfen, die einem etwas mehr Freiheiten verschaffen. In Arenen werden Duelle ausgetragen, allerdings mit einer Warteschlange von anderen Mitspielern. In den Arenen bestehen die gleichen Verbindungsprobleme wie im Quickplay, allerdings hat man hier Zeit, sich an den Kampfstil des Gegners zu gewöhnen und ihn so zu schlagen. Die dritte und letzte Kategorie dreht sich um die Beiträge, bei denen Nintendo etwas ganz Neues probiert hat. Hier können Spieler eigenen Content erstellen, sprich selbst designte Miis, selbstgebaute Maps, auch Videos und Kampfeswiederholungen. Dazu speichert man nach einem Kampf die Wiederholung und postet sie. Wer sie vorher noch bearbeiten möchte, richtet die Kamera aus und schneidet die Videos zu kurzen Clips. Der ganze Prozess gestaltet sich etwas umständlich, und auch die Optionen beim Schneiden lassen zu wünschen übrig, dennoch macht die Gestaltung der Videos großen Spaß. Zudem gibt es inzwischen viele Tutorials, die erklären, wie der Editor funktioniert.

Doch auch für internetlose Spieler bietet das Spiel eine gute Beschäftigung; Den Storymodus „Stern der irrenden Lichter“. Hier läuft man auf einer zweidimensionalen Karte auf festgelegten Wegen umher und befreit die Kämpfer, die von der Göttin Kyra unterworfen wurden. Dazu startet man als Kirby und bestreitet die Kämpfe, die auf dem Weg liegen. In jedem Kampf ist der Gegner ein Geist, also eine Figur oder ein Gegenstand aus einem Spiel, das irgendwann für irgendeine Nintendo-Konsole erschienen ist. Da sich aber natürlich nur ein Bruchteil der über 1300 Geister tatsächlich als Charaktere im Spiel befinden, werden sie durch möglichst ähnliche Charactere imitiert. So wird das Pokémon Taubsi beispielsweise durch den Engel Pit aus Kid Ikarus ersetzt, und versucht so lange wie möglich in der Luft zu bleiben, so dass du den Kampf durch Auslaufen der Zeit verlierst. Besiegte Geister werden in dein Team aufgenommen und haben bestimmte Funktionen, die den Kampf gegen manche Gegner erleichtern. Bei Ausdauerkämpfen sind zusätzliche Leben praktisch, und wenn der Gegner deine Steuerung durcheinanderbringt kann der richtige Geist es verhindern. Vor jedem Kampf wählt man die passenden Geister aus und legt somit seine eigene Stärke fest. Trotz ein paar kurzen Filmsequenzen bietet das Spiel wenig Erklärung, besonders im Bezug auf die Geister; Wer sind sie? Woher kommen sie? Und wieso sind sie hier? Auch hat man die meiste Zeit das Gefühl, gar keinen Nutzen von den Geistern zu haben, sondern sie einfach nur zu sammeln. So eignet sich der Modus zwar wunderbar als Zeitfresser für zwischendurch, beeindruckt aber weder durch Abwechslungsreichtum noch durch besonders spannendes Gameplay.

Auch wenn das Spiel soweit fertig ist, wird es immer noch optimiert. In regelmäßigen Updates wird die Balance des Spiels verbessert, neuer Content wird hinzugefügt und ähnliches.  

Fazit

Trotz der großen Schwächen im Story- und Onlinemodus ist "Super Smash Bros. Ultimate" dank hohem Umfang und durchdachtem Kampfsystem ein fantastisches Spiel, das jeder Besitzer einer Switch haben sollte. Falls der Onlinemodus per Update überarbeitet werden sollte, wäre Ultimate wohlmöglich das beste Spiel der Konsole.

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