Kinovorhang cferda 01

The Last Male on Earth / Der Letzte seiner Art

Niederlande, Belgien, Deutschland 2019, Dokumentarfilm, Ohne Altersbeschränkung

am 13.01.2020 von Tugce (16), Redaktion doxs! Duisburg 2019, Film

Dein Gesamturteil: 9 von 10 Punkte

Kritik zu "The Last Male on Earth / Der Letzte seiner Art"

Der Dokumentarfilm „The Last Male on Earth“ wurde im Jahr 2019 von Floor van der Meulen in Kenia gedreht. In Form eines Countdowns werden die letzten Lebensjahre dieses männlichen Breitmaulnashorns gezeigt. Sudan wurde 1973 in dem Land geboren, nachdem er auch benannt wurde. Als letztes Nashorn seiner Art wurde er in Kenia mit den verbliebenen Nashörnern zusammengebracht. Ein natürlicheres Lebensumfeld sollte den Paarungsdrang anregen, um die Chancen auf Nachkommen zu erhöhen. Nach eingehender Recherche stellte sich heraus, dass er zu alt war, um auf natürliche Weise für Nachwuchs zu sorgen. Sein Samen wurden gesichert und in einer Spermabank eingefroren.

Sudan lebte nicht in einer stark eingeschränkten Unterkunft oder in einem Käfig, sondern in einem weitläufigen Naturpark, und er wurde von bewaffneten Leibwächtern beschützt, zu denen er ein gutes Verhältnis hatte, und die für sein Wohlergehen sorgten. Ständig reisten Touristen, Journalisten und Wissenschaftler aus der ganzen Welt nach Kenia, um Fotos von ihm zu machen und um seine Geschichte weiterzuerzählen, da er von vielen Menschen bewundert wird. Floor van der Meulens Aufnahmen der Menschen und ihre Interviews mit ihnen sind faszinierend anzusehen, insbesondere im Hinblick auf deren Beziehung zur Kamera und zu ihrer Umgebung. Die Regisseurin geht spielerisch mit ihren Protagonisten um, zeigt sie zum Beispiel in Zeitlupe, so dass die Aufnahmen der Menschen an Natur- und Tieraufnahmen erinnern, die verlangsamt werden, um die Bewegungen des Tieres zu sehen. Ein Beispiel kann man zu Beginn des Films erkennen, dort sieht man Sudan und einen seiner Betreuer in einer Totalen. Diese Kameraperspektive soll Sudan in seiner ganzen Größe zeigen, und der Zuschauer kann ihn durch die Einstellung in Zeitlupe gut beobachten. Mit diesen Szenen möchte Floor van der Meulen ihren Zuschauern zeigen, dass das Aussterben eines Tieres zu der Schlussfolgerung führen kann, dass die Auswirkungen, die wir auf Natur und Umwelt haben, angegangen werden müssen. Während wir als Zuschauer möglicherweise nicht selbst gewildert haben, sind wir immer dennoch mitverantwortlich dafür, dass wir dies nicht verhindert oder einfach, bis zu diesem Punkt, uns nicht genug darum gekümmert haben.

Der Film ist der Regisseurin Floor van der Meulen gut gelungen. Dieses Thema ist sehr wichtig und die Zuschauer sollen über die Welt informiert werden. Dieser Film erzählt eine sehr berührende und bedenkliche Geschichte. Sie soll den Zuschauern eine Lektion lehren, da ständig Tiere vom Aussterben bedroht sind. Die Dokumentation ist für Jugendliche und Ältere geeignet.

Fazit

Das Endergebnis ist ein tragikomischer Dokumentarfilm, der mehr Tiefe hat, als man vielleicht zuerst vermutet. "The Last Male on Earth" ist mehr als nur die traurige Geschichte des letzten weißen Breitmaulnashorns. Es ist auch ein Film, der dem Betrachter einen Spiegel vorhält und ihn dazu zwingt, moralische Fragen über die Haltung der Menschen gegenüber ihren irdischen Mitgeschöpfen zu stellen.

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