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Warrior Cats - Zerrissene Wolken

2018, Fantasy

am 04.05.2018 von stefanie (20), Redaktion Köln 2, Buch

Dein Gesamturteil: 8 von 10 Punkte

Die Clans müssen aufnehmen, was sie in den Schatten finden, sonst sind die Wolken für immer verloren...

Der SchattenClan wurde besiegt und außer seinem Anführer Eschenstern sind nur noch wenige Katzen übrig. Die anderen haben sich Dunkelschweif und seinen Streunern angeschlossen und damit die Lebensweise der Clans verraten.
Im DonnerClan wird es immer enger, da alle geflohenen Katzen dort Zuflucht finden, nachdem sich der WindClan in sein Territorium zurückgezogen hat und mit keiner Katze etwas zu tun haben will.
Als Dunkelschweif dann sogar weitergeht und ins nächste Clan-Territorium eindringt, müssen die Clans handeln, aber der SternenClan macht deutlich, dass sie alle zusammen agieren müssen. Und dazu müssen sie nicht nur Kurzstern davon überzeugen, den WindClan mit den anderen zu vereinen, sondern auch den verlorenen, fünften Clan finden. Oder aber sie werden alle untergehen...

Der Prolog dient diesmal nicht dazu, den Leser an das wichtigste zu erinnern oder eine wichtige Stelle zu zeigen, an denen die Protagonisten nicht anwesend waren, sondern soll dem Leser eine Ahnung geben, was genau die Prophezeiung meint. Dadurch braucht man zwar ein wenig länger, um wieder in die Geschichte zu finden, aber man wird diesbezüglich nicht länger im Ungewissen gelassen.
In dieser Staffel merkt man, dass die Autorinnen aus vorigen Fehlern gelernt haben und Überraschungen nicht vorweg nehmen. Es dauert diesmal einige Kapitel, bis die ein oder andere Situation aufgelöst wird, was die Spannung steigert und den Leser stärker in die Geschichte zieht. Zumal die Perspektivwechsel besser eingesetzt wurden, wodurch es immer wieder zu kleinen Cliffhangern kommt, diese aber nicht so schlimm, als dass man die nächsten Kapitel einfach überspringen möchte, um zu erfahren, wie es weitergeht.
Diesmal wurden auch die Protagonisten besser gewählt. Mit Veilchenpfote bekommt man einen Einblick in die Welt der Streuner und erlebt beide Seiten des Konflikts. Dadurch kann man sich selbst ein Bild davon machen, wer gut und wer böse ist und ist nicht mehr nur auf das Urteil einzelner Katzen angewiesen. Außerdem ist man diesmal auch dazu in der Lage, die Lebensweise der Clans kritisch zu betrachten, da man ein Pendant serviert bekommt. Und auch wenn die Streuner auf den ersten Blick primitiv erscheinen, gibt es Clan-Katzen, die diese Lebensweise vorziehen. Das gibt dem Leser zu denken und zeigt, wie vielschichtig diese Bücher eigentlich sind. Zumal man die Katzenwelt oftmals auf unsere übertragen kann. Es ist zwischenzeitig eine verdeckte Gesellschaftskritik, die in jedem Band immer mal wieder anklingt, auch wenn es auf dem ersten Blick nicht so scheint. Aber gerade weil es so verdeckt ist, stört es weder den Lesefluss noch das Abtauchen in diese Welt.
Wie für diese Reihe üblich, kommt es wieder einmal zu Gewissenskonflikten und zu falschem Handeln einzelner Figuren, die nach und nach aus ihren Fehlern lernen müssen und daran reifen. Es ist spannend, ihnen bei der Entwicklung zuzusehen und man schließt sie viel mehr ins Herz - auch wenn es nicht immer gut endet, was gerade dann schade ist, wenn man eine Katze endlich wieder mag. Aber diese Welt soll eine realistische sein und daher sterben nun mal Katzen - oder werden ermordet.
Auch diesmal unterstützt die Schreibweise das Eintauchen in die Welt der Warrior Cats und man hat das Gefühl, dass man die Geschichte mit den Katzen erlebt, als wäre man beim Geschehen wirklich dabei gewesen. Außerdem ist es erfrischend, dass die Protagonisten nicht nur Streitigkeiten miteinander haben und nicht durchweg aufeinander hocken, wodurch man viel mehr mitbekommt. Durch die teilweise sehr rasante Handlung ist das auch notwendig, um nicht verwirrt zu werden und nicht allzu viel zu verpassen.

Fazit

Eine gelungene Fortsetzung, die Lust auf mehr macht und den Leser wieder an diese Reihe bindet. Deutlich besser als eine eher schwache fünfte Staffel.

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