B2

Zugvögel

Belgien 2015, ab 6 Jahren

am 15.11.2015 von stefanie.cp15 (17), Redaktion Cinepänz Köln 2015, Film

Dein Gesamturteil: 8 von 10 Punkte

Was machst du, wenn eine kleine Ente dich für ihre Mutter hält?

Cathys Eltern leben getrennt. An ihrem Geburtstag bekommt sie von ihrem Vater ein befruchtetes Entenei geschenkt. Natürlich ist sie nicht sonderlich begeistert, wartet aber trotzdem darauf, dass das Küken schlüpft.
Als es dann bei ihrer Geburtstagsparty so weit ist, ist ausgerechnet die körperlich behinderte Margaux dabei und prägt das Küken auf sich, sind die Probleme vorprogrammiert. Cathy hat kein Problem damit, dass ihre Freundin die Kükenmama ist, aber durch ihre Behinderung kann sich Margaux nicht um das Kücken kümmern und so bleibt es bei Cathy. Doch sein Gesundheitzustand wird schlechter und sie schmuggeln das Küken zu Margaux.
Als deren Eltern sie entdecken, bringen sie das Küken auf eine Zuchtfarm, auf der sie später zu Pastete bearbeitet werden soll.
Die beiden Mädchen retten das Küken und fliehen mit ihm. Werden sie es vor ihren Eltern retten können? 

Der Film beginnt etwas träge, nimmt dann aber mehr und mehr an Fahrt auf. Die Szenen zwischen Cathy und Margaux sind tiefgründig und die beiden verbindet eine enge Freundschaft. Wenn die beiden zusammen sind, dann ist es egal, dass Margaux behindert ist. Selbst wenn diese Behinderung für einige Probleme sorgt, bringt sie auch manche witzige Szene.
Leider wird die Problematik des Entenmutterseins gar nicht so sehr thematisiert, wie man beim Inhalt denkt. Es geht viel mehr um den Willen der Mädchen und wie sie sich gegen die Erwachsenen durchsetzen, weil sie noch nicht so verdorben sind und den Tod einer kleinen Ente hinnehmen wollen. Man erkennt die Spaltung zwischen den Generationen und wie eng die Beziehungen zwischen Kindern und Tieren sein kann.
Trotzdem sind auch einige unglaubwürdige Charaktere enthalten. So ist da die Nachbarin von Cathy, die, ohne einen Grund genannt zu bekommen, sich von der Arbeit freinimmt, um mit Cathy Margaux zu entführen und auf die Suche nach Enten zu gehen. Es sind die kleinen Feinheiten, die diese Fehler wettmachen. Dabei ist nicht nur die Nachbarin ein wenig zu naiv und nett zu den Mädchen, denn es ist purer Leichtsinn, zwei junge Mädchen, davon eine im Rollstuhl, allein in ein Boot zu setzen und auf dem Fluss fahren zu lassen. Aber das bedient das Klischee eines Kinderfilms, in dem die Kinder alles schaffen können und manche Erwachsene sie dabei unterstützen, egal wie hirnrissig die Idee auch ist.
Ein weiterer Kritikpunkt ist die teils fade Erzählweise. So spielen die Kinder Verstecken, aber es scheint ihnen keinen Spaß zu machen, obwohl sie auf einem Kindergeburtstag sind. Sowieso herrscht in diesem Film eher die Melancholie und Traurigkeit, als Freude. 

Fazit

Ein netter Film über die Freundschaft und die Liebe zwischen Kindern und auch Tieren.

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