Kinovorhang cferda 01

Die Grüne Lüge

Österreich 2018, Ohne Altersbeschränkung

am 10.02.2020 von Salima C. (19) aus Dortmund, Schulkinowoche 2020 NRW (Gastkritik), Film

Dein Gesamturteil: 8 von 10 Punkte

Sieh der Wahrheit ins Auge!

Der Dokumentarfilm „Die grüne Lüge“ von Werner Boote und Kathrin Hartmann nimmt uns mit auf eine Reise durch die Welt und offenbart dabei die ausgeklügelten Strategien großer Unternehmen, sich umweltfreundlicher darzustellen als sie in Wirklichkeit sind.

Richtig einkaufen – Das ist für viele der erste Schritt, um nachhaltiger zu leben, aber wie können wir als Konsumenten wissen, wie grün die Produkte im Supermarktregal wirklich sind? Siegel, die auf diesen Produkten aufgedruckt sind, sollen uns dies verraten. Doch laut Kathrin Hartmann, einer bekannten Autorin und Journalistin, können wir nicht einmal diesen Siegeln vertrauen. Es sei alles nur eine Lüge und diene nur zur Beruhigung unseres eigenen Gewissens.

Nestlé, Unilever und Co. – all diese Unternehmen betreiben „Greenwashing“, sie stellen sich mithilfe dieser Siegel und auch verschiedener Werbespots als viel umweltfreundlicher dar, als sie es wirklich sind. Um ihre Lügen aufzudecken, besuchen Boote und Hartmann verschiedenste Orte von Palmölplantagen in Indonesien bis hin zum Tagebau Garzweiler in Deutschland.

Mit der Erwartung eines langweiligen Filmes wurde ich im Laufe des Filmes vom Gegenteil überzeugt. „Die grüne Lüge“ erzählt nicht nur von uns Konsumenten, sondern nimmt uns mit in die Zentren der Geschehnisse, wo Menschen an dem Profitwahn der Großkonzerne leiden. Es werden immer wieder Interviews mit unterschiedlichen Menschen aus unterschiedlichen Ländern eingeblendet. Diese Menschen berichten von ihrem Leben und von ihrem Kampf gegen die unnatürliche Ausbeutung der Natur.

Nichtsdestotrotz gibt es auch einige Kritikpunkte. Werner Boote spielt den naiven Konsumenten, während Kathrin Hartmann ihn immer wieder korrigieren muss und ihm vieles erklären muss. Diese „good cop/bad cop“-Taktik wirkt sehr gestellt. Des Weiteren bietet uns der Film keine Alternative. Wie kann ich nun umweltfreundlicher leben, wenn ich nicht weiß, was gut und was böse ist?

Allerdings hat der Film mir die Augen geöffnet, denn jetzt weiß ich, dass ich Siegel und Werbespots kritisch zu hinterfragen habe. Greenwashing sollte ein viel präsenteres Thema sein, da eine Vielzahl von Menschen noch nie davon gehört hat.

Fazit

Ich empfehle den Film allen, die keine Scheu haben die Wahrheit zu hören. Also würdest du dir den Film anschauen? Ich hoffe, dass ich dir mit meiner Filmkritik helfen konnte. Salima Chargui, Gy13a Diese Kritik entstand im Rahmen der SchulKinoWochen NRW 2020.