Whoami2

Who am I - Kein System ist sicher

Deutschland 2014, ab 12 Jahren

am 23.02.2015 von Isabel R., Janna K. (15) aus Hemer, Schulkinowoche 2015 NRW (Gastkritik), Film

Dein Gesamturteil: 9 von 10 Punkte

Schüchterner Außenseiter wird Mitglied der bald meistgesuchten Hackergruppe Clay – aus Spaß wird bald Ernst...

Benjamin ist um die 20, wohnt bei seiner demenzkranken Oma und fühlt sich komplett unsichtbar für seine Umwelt. Er flüchtet regelmäßig in den Cyberspace, bis er bei der Ableistung von Sozialstunden, die er für das Hacken des Uni-Servers bekommen hat, Max kennenlernt, der das genaue Gegenteil von ihm ist.

Als Max von Benjamins Hacker-Fähigkeiten erfährt, stellt er ihm Paul und Stephan vor, welche sich anfangs gar nicht über den Neuen in ihrer Gruppe freuen. Das ändert sich schlagartig, als sich herausstellt, dass Benjamin nicht nur geblufft hat und tatsächlich die Maschinensprache beherrscht. Dadurch kann die Gruppe, jetzt mit Benjamin als Mitglied, noch größere Aktionen starten kann und endlich auch öffentliche Aufmerksamkeit sowie Anerkennung im 'Darknet' bekommen. Dieses wird durch den legendären Hacker MRX beherrscht...

Frei nach der Devise „Dreistigkeit siegt“ werden aus den kleinen, harmlosen Angriffen schnell immer größere. Man will nicht einfach nur hacken, man will Aufmerksamkeit! Mit ihren Aktionen, z.B. der Umprogrammierung des Lichts in einem Pharmakonzern, wodurch in Dauerschleife „We kill animals“ auf dem Gebäude zu lesen ist, erlangt CLAY (Clowns Laughing At You) große Popularität in den Medien. Doch das reicht ihnen bald nicht mehr. Sie wollen die Aufmerksamkeit von MRX auf sich ziehen, der bis jetzt nur Spott für sie übrig hatte. Eine größere Aktion muss her, noch größer, noch besser gesichert, die Büchse der Pandora, die Unmöglichkeit - der BND.

Doch während Clay bis dahin nur Aufmerksamkeit durch das Hacken auf sich ziehen wollte, um zu beweisen „kein System ist sicher“ und nie Schaden angerichtet hat, beginnt nach dem Angriff auf den BND durch eine schwerwiegende Fehlentscheidung Benjamins eine Jagd, durch die ungewollt auch seine Freunde in tödliche Gefahr geraten...

Der Film „Who am I“ ist ziemlich gut gemacht. Es ist sehr gut geschnitten worden, dazu auch tolle Szenarien. Durch verschiedene Kameraeinstellungen wird Abwechslung ins Spiel gebracht. Insgesamt sind alle Szenen sehr düster. Das vermittelt einen eher negativen Eindruck, so als wäre Benjamin immer sehr unscheinbar und traurig, was im Endeffekt ja auch stimmt. Die passenderweise größtenteils elektronische Musik treibt einen mit schnellen Beats durch den Film. Auch die Schauspieler, größtenteils bekannte junge Gesichter des deutschen Films, haben alle gut agiert, besonders Tom Schilling, der die anspruchsvolle Rolle des Benjamin spielt.

Der Film ist sehr interessant und spannend, insbesondere für Jugendliche, die auch „im Netz aufwachsen“. Doch auch ältere Menschen können den Film gut sehen, weil auch sie den Film und die Problematik des Internets verstehen.

Die Struktur stimmt: Die Handlung ist logisch und nachvollziehbar. Die wiederkehrenden Flashbacks sind gut zu erkennen. Nur am Ende ist es ein wenig verwirrend: doch wer sich bemüht, durchschaut den letzten raffinierten wie auch unerwarteten Clou des Films...

Fazit

Der Film ist nachvollziehbar, realitätsgetreu und filmisch toll umgesetzt. Man schaut den Film mit wachsendem Interesse, und auch nachdem er zu Ende ist, denkt man noch darüber nach... Diese Kritik entstand im Rahmen der SchulKinoWochen NRW 2015.