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Ziemlich beste Freunde

Frankreich 2011, Komödie, ab 6 Jahren

am 21.02.2013 von Julia und Gesine, 15 Jahre, Schulkinowoche (Gastkritik), Film

Dein Gesamturteil: 10 von 10 Punkte

Der reiche Philippe (Francois Cluzet), der vom Hals abwärts gelähmt ist, braucht rund um die Uhr Unterstützung. Er ist, auch dadurch, dass seine Frau ein paar Jahre zuvor gestorben ist, mit seiner gesamten Situation sehr unzufrieden, was zu einem regen Personalwechsel unter den Pflegern führt. Bei eben einem solchen Personalwechsel kommt der junge Driss (Omar Sy) ins Spiel. Ein dunkelhäutiger Kleinkrimineller, der dem typischen Bild eines gut aussehenden Mannes entspricht. Er kommt zu dem Bewerbungsgespräch mit der Absicht, sich eine Unterschrift für das Arbeitsamt zu besorgen, um Arbeitslosengeld zu bekommen. Deshalb gibt er sich, im Gegensatz zu den anderen Bewerbern, frech und uninteressiert und, was Philippe als besonders angenehm empfindet: Er zeigt kein Mitleid mit ihm.

Von einer wahren Freundschaft

"Ziemlich beste Freunde" war der erfolgreichste Film des Jahres 2011 in Frankreich. Er kam im Januar 2012 in die deutschen Kinos und ergriff dort die Zuschauer mit seiner humorvollen Unverfälschtheit. Es ist eine Komödie, die von wahrer Freundschaft handelt, von den Unterschieden in der Gesellschaft, die letztendlich doch nicht ausschlaggebend sind. Der Film zeigt auf, dass eben diese Unterschiede, wie Schwarz und Weiß, Arm und Reich oder mit- und ohne Behinderung manchmal machtlos sind gegen die Gemeinsamkeiten zweier Seelen. Und genau das macht diesen Film so besonders. Es treffen nicht nur zwei Menschen aufeinander, sondern auch zwei Seelen, die sich perfekt ergänzen. Unterstützt wird diese Wirkung auch dadurch, dass die Geschichte auf einer wahren Begebenheit beruht. Denn sie ist eben nicht die Erfindung eines Drehbuchautors, sondern eine reale Geschichte, die sich durchaus wiederholen könnte.

Der Film ist durch heitere und rührende Szenen geprägt, ohne den oft kalten Alltag eines Querschnittsgelähmten oder den eines Kleinkriminellen aus der Vorstadt zu untergraben. Diesen bringen die Regisseure Olivier Nakache und Eric Toledano z.B. durch triste und kalte Farben zum Ausdruck. In den glücklichen, meist gemeinsamen Szenen, sind die Farben warm und freundlich. Dies gilt ebenfalls für die oft gefühlvolle, manchmal aber auch peppige Musik. Die Drehorte sind gut ausgewählt und den Situationen angepasst.

Driss und Philippe kommen durch ihre Spontanität immer wieder in außergewöhnliche Situationen und erleben Unglaubliches. Im Laufe der Geschichte steigern sie ihre Lebensfreude von völliger Verzweiflung zu einer viel versprechenden Zukunft. Parallel verändert sich die Jahreszeit zum Frühling.

Die Altersfreigabe des Filmes ist ab sechs Jahren. Wir empfehlen aber den Film erst ab zwölf Jahren zu sehen, um ein Verständnis für die Problematik zu gewährleisten.

Fazit

Unser Fazit: Der Film „Ziemlich beste Freunde“ ist einer der wenigen Filme, die es nicht nur schaffen, Menschen zu berühren, sondern möglicherweise auch, sie zu verändern. Also: Absolut empfehlenswert!

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