Reportage

So erzählt man eine richtig gute Geschichte!

am 07.03.2010 von yoshe.m (11), Redaktion Kinderfilmuni HFF 2010

Die zweite Vorlesung der Kinderfilmuniversität in Potsdam handelt von Dramaturgie. Jens Becker, unser Dozent, unterrichtet sonst echte Studenten im Drehbuchschreiben an der Filmhochschule. Er beginnt sofort seine Vorlesung:
Wenn man einen Film machen will, muß man sich zu allererst eine Geschichte ausdenken und sie aufschreiben.
Das Wichtigste hierzu hat schon Aristoteles gesagt, der im 4. Jahrhundert v. Chr. im alten Griechenland lebte:
"Eine Geschichte hat einen Anfang, eine Mitte und ein Ende."
Diese Worte gelten noch heute und fassen fast alles zusammen, worauf es in der Dramaturgie eines Filmes ankommt, denn die Geschichte ist das wichtigste Element eines Filmes.
Man nimmt zuerst eine Idee und baut daraus eine Geschichte spannend auf. Um sie dann noch lebendiger zu gestalten, muß man jeden Charakter (das sind die Hauptpersonen im Film) glaubhaft ausarbeiten, große Gefühle erzeugen, die Zuschauer zum Lachen und Weinen bringen und am besten auch zum Nachdenken, so dass ihnen der Kopf raucht!

In der Dramaturgie dreht sich alles um das "Magische Dreieck", erzählt uns Jens Becker.
Es besteht aus der Fabel, aus den Figuren und aus dem Konflikt.
Die FIGUREN werden unterteilt in Haupt- und Nebenfiguren.
Die Hauptfiguren nennt man Charaktere. Sie haben genaue Eigenschaften und können sich entwickeln. Darüber erzähle ich euch gleich noch mehr.
Die Nebenfiguren nennt man Typen. Sie verändern sich meistens nicht.
KONFLIKTE machen eine Geschichte spannend.
In einer guten Geschichte stehen die Hauptfiguren in einem Konflikt und sie handeln immer.
Es gibt immer einen Protagonisten (aus seiner Perspektive wird die Handlung erzählt) und einen Antagonisten (er ist der Gegenspieler des Protagonisten). Am Anfang können die beiden oft gleich stark sein oder der Gegenspieler ist sogar stärker, denn das macht es spannender.
Die FABEL ist der Aufbau einer Geschichte.
Es gibt 3 Akte: Anfang, Mitte und Schluss.
Die Mitte, der 2. Akt, wird meistens in zwei Teile unterteilt.
Im 1. Akt, dem Anfang, werden die Hauptfiguren und der Konflikt vorgestellt und der Protagonist nimmt den Kampf auf und handelt.
Im ersten Teil vom 2. Akt steigert sich der Konflikt. Obwohl der Protagonist aber alle Möglichkeiten ausschöpft, siegt er noch nicht. Es kommt zur Krise!
Im zweiten Teil vom 2. Akt rüsten sich der Protagonist und der Antogonist und der entscheidende Kampf findet statt.
Im 3. Akt, dem Schluss, gewinnt meistens der Protagonist.
Die Geschichte wird aufgelöst, also beendet.
Das klingt ganz schön verwirrend, oder?

Jens Becker hat uns an dem Beispiel von Ice Age erklärt, wie alles funktioniert:
In Ice Age sind die Protagonisten Manni, das Mammut und Sid, das Faultier. Sie wollen das kleine Menschenkind zu den Menschen zurück bringen.
Die Antagonisten (Gegenspieler) sind die Säbelzahntiger, die das Menschenkind fressen wollen - allen voran Diego, der sich im Laufe der Geschichte aber verändert und am Ende, nach dem großen Kampf,  sogar ein Gefährte von Manni und Sid wird und mit ihnen zusammen weiterzieht.

Die Vorlesung war sehr lebendig und Jens Becker hat zwischendurch Witze erzählt. Er hat uns ein paar Ausschnitte aus Ice Age gezeigt, aber nur, damit wir etwas lernen und nicht, wie viele das gern wollten, um einfach nur den Film anzusehen…. Guckt doch mal, wenn ihr einen Film anseht, ob ihr die beschriebenen Elemente finden könnt!

In der nächsten Vorlesung geht es um den Ton beim Film…ich werde euch also bald mit coolen Sounds und Tönen beglücken! Lest doch wieder rein!

Zurück