Reportage

Wie ein Dinosaurier zum Leben erwachte

am 31.03.2010 von yoshe.m (11), Redaktion Kinderfilmuni HFF 2010

Wir sind schon eine Weile Kinderfilmstudenten und nun fand endlich das erste Mal eine Vorlesung der Kinderfilmuniversität in der HFF (Hochschule für Film und Fernsehen) Potsdam statt.

Hier arbeitet Konrad Weise, unser Profi für Animation.
Er erklärte uns, was Animation bedeutet:
Animation kommt vom Wort "anima", das ist Lateinisch und heißt "die Seele". Etwas animieren heißt also, unbewegten Gegenständen Leben einzuhauchen. Dafür muss man einzelne Bilder fotografieren und sie danach in Bewegung versetzen.
Die Trägheit des Auges und die Ähnlichkeit des Gegenstandes lassen den Zuschauer denken, dass sich das Objekt bewegt.

1834 wurde die Bildertrommel erfunden, seit 1868 gibt es den Taschenkinematograph, das Daumenkino.
Wie sie funktionieren, könnt ihr in meiner ersten Reportage "Wie die Bilder laufen lernten" nachlesen.

Konrad Weise hat uns Ausschnitte aus dem allerersten Zeichentrick-Animationsfilm gezeigt.
Er heißt "Gertie der Dinosaurier", stammt von 1914 und wurde von Winsor McCay gezeichnet.
McCay war Zeichner und hatte mit seinen Freunden gewettet, dass er einen Dinosaurier wieder zum Leben erwecken würde, somit hatte er seine Wette gewonnen!
Er mußte 720 Bilder für eine Filmminute zeichnen und das ist noch immer so, denn 24 Einzelbilder benötigt man pro Sekunde für richtig flüssige Bewegungen im Animationsfilm. (Tipp: Wenn euch das zu viel ist, könnt ihr aber auch 12 Bilder pro Sekunde fotografieren und dafür jedes Einzelbild doppelt fotografieren, das funktioniert auch.)

Beim Zeichentrickfilm zeichnet man die Bewegungsphasen auf transparentes Papier, z.B. auf ganz normales Butterbrotpapier und fotografiert sie dann ab.

1926 hat Lotte Reininger ihren ersten Scherenschnitt-Animationsfilm hergestellt. Er heißt "Die Abenteuer des Prinzen Achmet" und Konrad Weise hat uns einen Ausschnitt gezeigt.
Ich finde, Scherenschnitt-Animationen kann man sich nicht so lange ansehen wie Zeichentrickanimationen, denn sie sind doch ganz schön schwarz und düster, auch wenn sie schön sind.
Für Scherenschnitt schneidet man Papierfiguren aus, die man bewegen kann und mit einer Lampe von hinten anstrahlt und dann fotografiert.

Ich habe vor kurzem einmal "Herr der Ringe" von 1978 als Animationsfilm gesehen. Es ist ein Zeichentrickfilm, aber am Anfang wird mit Scherenschnitten gearbeitet.
Er sah dadurch mysteriös aus und hat mir sehr gefallen!

Die letzte Animationstechnik, von der uns Konrad Weise erzählte, war die Stop-Motion-Technik.
Hierbei werden Figuren und Gegenstände bewegt. Die Kamera sollte am besten auf einem Stativ stehen, denn sie darf sich keinen Millimeter bewegen, sonst hüpft das ganze Bild hin und her!
Das haben wir in der Vorlesung schnell mal ausprobiert: an uns selbst und an einer Drahtfigur.

Zum Abschluss zeigte uns Konrad Weise noch drei Animationsfilme: den Legofilm "Weltraffer", die Geburt von Micky Maus ("Steamboat Willy") und einen computeranimierten Studentenfilm, "My happy end" von Milen Vitanov, der mir am besten gefiel.
Und das ist nun auch schon my happy end!
Meine nächste Reportage handelt von der letzten Vorlesung in diesem Semester, Regie mit Christian Ditter, der ein bekannter Regisseur ist und uns von seiner Arbeit erzählte.
Natürlich wieder mit Fotos, schaut einfach wieder rein!

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