Profi-Tipp


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Steckbrief von Horst Peter Koll (Redakteur film-dienst)

Zur Person:
Horst Peter Koll, 48 Jahre alt, verantwortlicher Redakteur des Filmmagazins FILM-DIENST (Bonn) und Redakteur der Buchreihe „Lexikon des Internationalen Films“.

Berufs-/ Lebensmotto:
Habe ich nicht. Beruflich möchte ich so viel wie möglich zur Förderung, Wahrnehmung und Auseinandersetzung mit tollen, spannenden und künstlerisch anspruchsvollen Kinofilmen beitragen. Das, was meine KollegInnen und ich selbst auf Festivals oder im Kino entdecken, soll journalistisch in unserer Filmzeitung vermittelt werden.

Erster Film:
Der erste Film: „Die Heinzelmännchen“ (Deutschland 1956), da war ich so etwa vier oder fünf. Damals gab es gar keine Alternativen (auch kein Fernsehen), also fand ich die bunten Bilder extrem eindrucksvoll. Viel mehr Erinnerungen habe ich aber an „Mary Poppins“ (1964), in die ich mich schwer verliebt habe.

Bester Film des Jahres 2004:
Es gibt gleich mehrere, aber keinen „besten“, u.a.
– „Collateral“ von Michael Mann (ein spannender Krimi, der mit Bildern mehr erzählt, als jeder andere Film mit Dialogen)
– „Gegen die Wand“ (mitreißend, voller Gefühle, obendrein noch ein Film aus Deutschland)
– „Vergiss mein nicht“ (eine total verrückte Geschichte um gelöschte Erinnerungen und Gefühle)
– „Das Geheimnis der Frösche“ (ein Zeichentrickfilm für Kinder, toll gemalt, witzig und anspruchsvoll)
– „Shrek 2“ (der witzigste Film des Jahres)
– „Rhythm is it!“ (ein Dokumentarfilm über Musik, Tanzen und Jugendliche, die zusammen etwas Unglaubliches schaffen)

Was ärgert im Kino:
Quatschende Zuschauer, die die Geschichten, Figuren und Bilder auf der Leinwand gar nicht interessieren, weil sie nur mit sich selbst, ihren blöden Gags, ihrem Pop-Corn und ihrer angeblichen Coolness beschäftigt sind.

Kino bedeutet für mich...
... kunstvoll erdachte und inszenierte Geschichten, große Spannung und Unterhaltung, ungeahnte Entdeckungen (anderer Menschen und Gedanken, ferner Länder und Völker) und viel, viel Gefühl.

Was bewirkt eine gute Filmkritik:
Im besten Fall macht sie den, der die Kritik liest, neugierig auf den besprochenen Film und hilft ihm zugleich, diesen (noch) besser zu verstehen und zu würdigen.

Profi-Tipp an alle Spinxx-Kritiker:
Tipps zu geben, ist schwer und anmaßend. Wenn es denn sein soll:
– Neugierig und offen gegenüber einem Film sein
– Sich lustvoll in die Geschichten auf der Leinwand „hineinfallen“ lassen
– Dabei aber nicht den eigenen Standpunkt und den eigenen Verstand aufgeben
– Immer besser einen Film „lesen“ lernen; denn er hat im besten Fall eine ganz eigene, sehr komplexe Sprache aus miteinander verbundenen Bildern, Farben, Tönen, Musik, Geräuschen und Dialogen
www.film-dienst.de

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