Der Brotverdiener

Ein fantastischer Animationsfilm über das von den Taliban beherrschte Kabul.

Die elfjährige Parvana lebt zusammen mit ihrer Familie in Kabul, Afghanistan. Die Stadt wird von den Taliban kontrolliert, und so haben Frauen kaum Rechte, dürfen nicht einmal das Haus ohne männliche Begleitung verlassen. So geht Parvana immer mit ihrem Vater Nurullah auf den Markt, um etwas zu verkaufen. Dort brachte er ihr Lesen und Schreiben bei, und lehrte sie viele Geschichten. Dann legt sich der Vater jedoch mit einem jungen Taliban an, und wird von diesem unter einem Vorwand festgenommen und ins Gefängnis gesteckt. Parvana, ihre große Schwester Soraya und ihre Mutter Fattema dürfen das Haus also nicht verlassen, und der kleine Zaki ist zu jung, um die Familie zu versorgen. Also schneidet sich Parvana die Haare, und macht sich als Junge verkleidet zum Markt auf. Und tatsächlich, sie kommt unerkannt zum Basar und kann Essen für die Familie besorgen. Dort trifft sie auch auf Shauzia, eine Freundin, die sich ebenfalls als Junge verkleidet. Jetzt, wo sie sich frei in der Stadt bewegen kann, beschließt sie sofort, ihren Vater aus dem Gefängnis zu befreien. Ein gefährlicher Plan, besonders als Mädchen…

Obwohl es sich bei Der Brotverdiener um einen Kinderfilm handelt, versucht er in keinem Moment, die Geschichte zu verharmlosen. Man bekommt einen ungetrübten Einblick in eine Welt von Krieg, Unterdrückung und Angst. Gleichzeitig aber auch immer positiv zu wirken ist etwas, dass nur sehr wenige Filme schaffen. Dazu tragen auch die tollen Animationen bei, die jeder Figur ihren eigenen Charakter geben. So stimmen die Proportionen zwar nicht immer, alles wirkt aber deutlich abwechslungsreicher als mit völlig realistischen Figuren. Die Hintergründe sind sehr detailreich und passen gut zur Szene, wirken nie übertrieben oder ähnliches. Während des Films erzählt Parvana auch eine Geschichte, die sie von ihrem Vater gelernt hat. Hier geht es um einen Jungen, der durch das Hindokusch-Gebirge wandert, um den bösen Elefantenkönig zu besiegen. Hier zeigt der Film einen völlig anderen Animationsstil, zweidimensional und fast wie eine Collage. Die Handlung an sich ist fast immer verständlich, und man kann die Gedanken und Handlungen der einzelnen Figuren gut verstehen und nachvollziehen.

von Jakob.cp19 15 Jahre, Redaktion Cinepänz Köln 2019 am 19.11.2019, Format: Film

Fazit

Bewegende Story, tolle Animation; ein Film, der seine Oscarnominierung mehr als verdient hat.

Weitere Informationen

  • Kanada, Irland, Luxemburg 2017
  • Animationsfilm
  • Regisseur/in: Nora Twomey
  • FSK: Ohne Altersbeschränkung
  • Deine Altersempfehlung: ab 1 Jahren
  • Länge: 94 min.
  • Sonstiges: Der Brotverdiener läuft aktuell nicht im Kino, ist aber auf Netflix zu sehen.

Gesamtwertung

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